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THE CAT WAS QUIET UNTIL MORNING / 28.04. – 28.05.2017 / RAINBOW UNICORN


Posted on May 9, 2017


THE CAT WAS QUIET UNTIL MORNING / 28.04. – 28.05.2017 / RAINBOW UNICORN   |  News
THE CAT WAS QUIET UNTIL MORNING / 28.04. – 28.05.2017 / RAINBOW UNICORN

Ivonne Dippmann WV 2017 – 025 / 1 Gutschein, lesbar für alle, installation view Rainbow Unicorn, Berlin 2017

THE CAT WAS QUIET UNTIL MORNING

Zeichnungen, Künstlerbücher, großformatige Malereien und Installationen, Textilarbeiten, Filme und Performances – das Werk von Ivonne Dippmann ist ungemein vielschichtig, voll vibrierender Energie, Lust am Experiment und handwerklicher Präzision.

Ihre neue Installation ist eine monumentale, langsam rotierende Maschine, die mit Macht den Raum besetzt. Zwei quadratische Stahlrahmen bilden ein Diptychon, das durch Streben verbunden ist. Über dieses Metallskelett spannen sich in strengen Bahnen farbige Wollfäden. Auf den Rotorflächen sind sie mehrfach übereinander geschichtet – so lange, bis sich eine sternförmige Struktur formt. Von dort öffnet sich die Fadenzeichnung in den Raum, wo sie ein kompaktes Volumen bildet, einen leichten und durchlässigen Körper, der die gegenüberliegenden Felder verbindet.

Ein Motor lässt die Konstruktion langsam rotieren. In der Bewegung überlagern sich die Fäden, bilden immer neue Interferenzen und Op-Art-Muster. Ein Algorithmus steuert die Drehung, verlangsamt oder stoppt sie, wechselt abrupt die Richtung und verleiht der Maschine etwas Störrisches, Eigensinniges.

Nicht zufällig erinnert die Konstruktion an einen industriellen Webstuhl. Die Wolle stammt teilweise aus Restbeständen der VEB Polar Karl-Marx-Stadt, einem prosperierenden Textilbetrieb der DDR. Hier, im heutigen Chemnitz, ist die Künstlerin aufgewachsen und die Geschichte der Stadt, ihrer verfallenden Industrieruinen als Echo eines einstmals sprühenden Innovationsgeistes, prägt sie bis heute. Immer findet sich Biografisches in ihrer Arbeit, Geschichte als Material, Dinge und Worte als Speicher von Erinnerung.

Wenn man sie fragt, kommt Ivonne Dippmann immer wieder zurück auf Polaritäten, Schwere und Leichtigkeit, eine Bewegung vom Groben zum Feinen, die sich auch in dieser neuesten Arbeit wiederfindet: Die gegensätzliche Materialität von industriellem Stahl und Handstrickwolle. Die strenge Mechanik der Maschine und die furiose Farbigkeit der Gewebestruktur. Die physische Arbeit mit dem Stahl, das Schweißen, und das Schichten und Verdichten der filigranen Fäden.

Rieselnde Metallspäne im Inneren der Quadratrohre erinnern an das sanfte Rauschen von Regen. Es ist das Knistern eines rotierenden Kraftfeldes, das sich meditativ und unberechenbar um sich selbst dreht. Bis sich in der Bewegung der Schatten auf der Wand und im leisen Flüstern des Stahls eine Geschichte entspinnt. Wie die von der Katze, die still in der Dunkelheit der Nacht lauert und im Morgengrauen zum Sprung ansetzt.

Text: Christiane Wohlrab

www.rainbow-unicorn.com
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