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Escapement Madeleine Boschan | Andy Hope 1930


Posted on September 26, 2015

http://www.neue-galerie-gladbeck.de/

Event Type:

exhibition

Location:

Neue Galerie Gladbeck, Bottroper Str. 17, 45964 Gladbeck

Date: 

September 11, 2015 - October 23, 2015

Escapement Madeleine Boschan | Andy Hope 1930   |  Event
Escapement   Madeleine Boschan | Andy Hope 1930

ohn Archibald Wheeler sagte einmal: »Es gibt so viele Arten, sich die Welt,
die uns umgibt, und unseren Platz darin vorzustellen. Ich stelle mir am
liebsten sämtliche Sichtweisen auf einmal vor, um einen Blick auf dieses
außerordentliches Universum und unsere Existenz zu erhaschen. Lange hegten
wir die alte Vorstellung, dass es da ›draußen‹ das Universum gibt und ›hier‹
uns Menschen, die Beobachter. Doch inzwischen wird uns immer deutlicher,
dass das Universum ein Universum der wechselseitigen Durchdringung ist, und
so müssen wir das herkömmliche Wort ›Beobachter‹ schlicht und einfach aus
den Büchern streichen und es durch das Wort ›Teilnehmer‹ ersetzen. Und von
allen Hindernissen, die man überwinden muss, um zu unserer Existenz zu
gelangen, lauert keine beunruhigender als die ›Zeit‹. Die Zeit erklären?
Nicht ohne Existenz. Existenz erklären? Nicht, ohne die Zeit zu bedenken.
Diese tiefe und verborgene Verbindung zwischen Zeit und Existenz
aufzuklären, wäre die Aufgabe der Zukunft. Sagt doch schließlich die Materie
der Raumzeit, wie sie sich zu krümmen, die Raumzeit aber der Materie, wie
sie sich zu bewegen hat.

« »Escapement« – die Unruh, unentwegt hin und zurück schwingend in jedem
mechanischen Zeitmesser, stets in fliehender Bewegung und doch beständig am
selben Ort.

Ebenso wie der Ausstellungstitel öffnen Madeleine Boschan und Andy Hope 1930
einen weiten Assoziationsraum, in dem die höchst unterschiedlichen
Dimensionen künstlerischer, sozialer und historischer Zeit scheinbar
stillstehen und zugleich in ›wechselseitiger Durchdringung‹ permanent aus
der Vergangenheit in die Zukunft und vice versa fließen.

Ein Bezugspunkt unter vielen sind dabei die postapokalyptischen Romane und
Kurzgeschichten des amerikanischen Schriftstellers J.G. Ballard (1930–2009),
mit ihren verstörend-fantastischen space age-Zukunftsentwürfen, in denen die
Menschheit von den Dämonen ihrer eigenen technologischen Schöpfungen
heimgesucht wird: abseitige Orte, groteske Starlets, exzentrische
Unternehmer, wahnwitzige Künstler, Erfinder, Entdecker, sonderbare
Technologien wie dichtende Computer, sprechende Pflanzen, phototropische
Leinwände, die sich selbst malen, unerwartete Zeitschleifen, Vergangenheit
und Zukunft, die für einen Augenblick in Eins fallen – wie ein Spiegel, in
dem man sich ohne Ende die immer selbe Geste wiederholen sieht.